Stoßdämpfer hinten

Motor, Getriebe, Elektrik, Reifen usw.
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Juergenh

Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Juergenh »

Hallo ein gutes neues Jahr noch an euch alle, so letztes Jahr war ja mein Einstieg zur R 1150 RT leider klappte es mit Albanien nicht wir wurden im Hafen Brindisi abgewiesen so dass wir auf Sizilien landeten. Schöne Reise aber der Hauptständer streift zu schnell.
Was mir aufgefallen ist in den Maloja Kurven ,ich setze schnell auf, klar Gepäck und zu zweit in meinem Alter mit etwas mehr Sicherheitspolster.
Meine Überlegung geht nach 60 000 km zum austausch des hinteren Federbein.Was für Erfahrungen habt ihr ? Wohlgemerkt komplett besetzt liegen wir sicher mit Gepäck über der max. Zuladung, aber nur ein ganz wenig nicht dass ich Abnehmtips bekomme.
RT-ler

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von RT-ler »

Hallo Jürgen,


hattest Du vor deiner Reise den Stoßdämpfer / Feder richtig eingestellt ?

Gruß Stefan
Lancelot

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Lancelot »

Hallo Jürgen,
vielleicht kann dir dieser Tröd bei der Entscheidungsfindung helfen.
Grüße aus Rheinhessen

Jens

Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen!
Oscar Wilde

R1100RT 2012-2016
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R1250RT 2021-...
Harmlos-Bekloppt

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Harmlos-Bekloppt »

Hallo Jürgen,
Ich gehe mal davon aus, das Du das Federbein entsprechend eingestellt hast.

Bei 60.000km und dem Alter Deiner Maschine ist das so die "Schallgrenze" wo man über die Instandsetzung (Service) der Federbeine nachdenken sollte. Letztendlich sind Federbeine auch nur Verschleißteile.

Welchen Weg Du gehen willst, kommt letztendlich auf Dein Budget und Deine Ansprüche bzw. Anforderungen an. Du solltest dabei nur bedenken, das das gesamte Fahrwerk aufeinander abgestimmt ist. Also wenn Du hinten was änderst musst Du vorne auch was tun, sonst ergibt das nicht den gewünschten Erfolg.

Ein neues hinteres Federbein mit den Verstellmöglichkeiten des Originalfederbeins (hydraulische Federvorspannung und Zugstufendämpfung) von den namhaften und bekannten (Europäischen) Herstellern, abgestimmt auf Deinen Fahrstil und Einsatzbedingungen liegt um die €800....€900 oder auch mehr, je nach Ausführung.

Das Überholen (Service) und Abstimmen des Original Federbeins liegt so um die €400...€500.

Du solltest dabei aber das vordere Federbein nicht außer acht lassen. Baust Du Dir hinten ein "härteres" Federbein ein, ändert sich dadurch auch die Radlastverteilung, soll heißen das sich etwas mehr Last auf das Vordere Federbein verlagert, was wiederum auch zum Aufsetzten führen kann, weil die Ganze Fuhre dann vorn weiter absackt und somit weniger Federweg zur Verfügung steht.

Wenn das Budget keine Rolle spielt, dann kompletten Satz Federbeine von Wilbers oder Hyperpro. Wenn's Edel sein soll, dann Öhlins.

Ansonsten, beide Federbeine bei einem Fachbetrieben Überholen und Abstimmen lassen. Hat nur den Nachteil, das Du ggf.mit saisonbedingten Wartezeiten rechnen musst.

In beiden Fällen wäre ein Gabelservice (Reinigen, frisches Öl und neue Gabeldichtringe) bei Austausch der Federbeine angebracht. Auch sollte in dem Zuge der Zustand des Gelenklager / Traggelenk geprüft und neu gefettet werden.
CAGIVA Elefant 750 6B - Diva und ich sind seit 1997 liiert
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redskin

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von redskin »

Hallo,

zuallererst würde ich mal checken, ob die hydraulische Höhenverstellung noch genug Öl hat. Hat sie das nicht, kommt das Heck nicht hoch genug.
Das kostet am wenigsten. :up:

Greetz
Dirk
:BMW_R1150RT_-_silber:
BMW Gerd
Herr Hefeweizen

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von BMW Gerd »

redskin hat geschrieben: 07.01.2022, 06:53 zuallererst würde ich mal checken, ob die hydraulische Höhenverstellung noch genug Öl hat. Hat sie das nicht, kommt das Heck nicht hoch genug.
Das kostet am wenigsten.
so sehe ich das auch :wink: in den meisten fällen ist da min. ölverlust und das reicht aus um die ersten 10- 15 klicks am einstellrad ins leere laufen zu lassen. eigendlich ein kinderspiel das zu revidieren und auf den sollstand zu bringen. dann funzt das federbein auch wieder wie es soll :wink:
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Olli68

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Olli68 »

Moin,bei meinem Federbein an der 11er gingen auch die ersten 10 Klicks ins Leere. Habe dann das ding ausgebaut und nach einem Video auf YT wieder "instand gesetzt ". Bis jetzt funktioniert das ganze.
Gruß Olli
Gruß aus der Lüneburger Heide :hallo:
Momo

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Momo »

als notorischer Kurvenkratzer mit etwas Übergewicht in der Ausstattung, gibt es noch die Möglichkeit der Endantriebsgeometrieänderung. Dies wird erreicht indem man die Bremsanker/Endantriebsstrebe verkürzt. Die gibt es original von BMW mit 365mm länge. Die RT hat eine mit 385mm als Original. Die ganze Fuhre wird entscheidend höher und dann kratzt nix mehr. Allerdings ob das ganze STVZO gemäß ist, bezweifle ich. Ausserdem ändert sich ja die Fahrwerksgeometrie. Meiner Meinung nach aber zum besseren, das habe ich schon mehrfach an einer R1100R und RS probiert. Die Ständerlängen reichen dann gerade noch so. Der Seitenständer wird aber bei abschüssiger Abstellung schon grenzwertig. Im übrigen sind diese Streben an der R11 und R1150 GS Serie.
BMW R 1100 RT, DL 650 V-Strom, SW-T 400.
Harmlos-Bekloppt

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Harmlos-Bekloppt »

Momo hat geschrieben: 07.01.2022, 10:43 Allerdings ob das ganze STVZO gemäß ist, bezweifle ich. Ausserdem ändert sich ja die Fahrwerksgeometrie.
Nun ja, die Strebe ist nicht in den Fahrzeugpapieren eingetragen, also im ersten Moment einer Prüfung ( TÜV, Polizei) als Änderung als solches nicht erkennbar. Es sei denn Du hast da einen vor Dir der Ahnung hat und bewusst die Länge nach misst.

Klar, veränderst Du dadurch die Fahrwerksgeometrie, da sich der Radstand verkürzt. Und damit erlischt die Betriebserlaubnis, wenn diese Änderung nicht eingetragen ist. Allerdings ist es wie mit (fast) allem. Wo kein Richter, da kein Kläger....
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Harmlos-Bekloppt

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Harmlos-Bekloppt »

BMW Gerd hat geschrieben: 07.01.2022, 08:21
redskin hat geschrieben: 07.01.2022, 06:53 zuallererst würde ich mal checken, ob die hydraulische Höhenverstellung noch genug Öl hat. Hat sie das nicht, kommt das Heck nicht hoch genug.
Das kostet am wenigsten.
so sehe ich das auch :wink: in den meisten fällen ist da min. ölverlust und das reicht aus um die ersten 10- 15 klicks am einstellrad ins leere laufen zu lassen. eigendlich ein kinderspiel das zu revidieren und auf den sollstand zu bringen. dann funzt das federbein auch wieder wie es soll :wink:
Klar, habt Ihr natürlich recht. :up: Bekanntes Problem beim hinteren Federbein.
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r1150rt

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von r1150rt »

.
Jürgen, das erste wie Dirk und Gerd beschrieben haben, überprüfen und ggf. Öl auffüllen. siehe https://www.youtube.com/watch?v=oN26VaJuZhE
Wenn damit Dein Problem für Dich beseitigt ist, ok., Wenn nicht, könntest die kürzere Strebe der GS mit 365mm verbauen. Siehe auch viewtopic.php?p=452517#p452517

Die BMW-Streben sind bei den R850-, R1100-, R1150-Modellen kompatibel und je nach Modell unterscheiden sie sich nur in der Länge. Das schreibt Hornig dazu. Es ist gang und gäbe dass die getauscht werden, je nach Wunsch zur Verbesserung des Anliegens.

Hierzu gebe ich auch mal eine andere Sicht bei: Bei Motorrädern wie z.B. die S1000-Reihe mit Kettenantrieb wird der Radstand und infolge die Bodenfreiheit auch ständig verändert durch spannen der Kette bzw. auch durch Verkürzung der Kette um 2 Glieder und damit Verkürzung des Radstands um 2cm. Und auch die Gabel in der Gabelbrücke wird unterschiedlich durchgesteckt, so dass sich auch hierdurch Änderungen ergeben - alles legal und nichts einzutragen. So sehe ich das auch bei den originalen Kardanstreben von BMW.

weiteres: viewtopic.php?f=7&t=15372
.
______________
Viele Grüße Herb
Sumorat

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Sumorat »

Hallo, bei mir ist es nicht das aufsetzen sondern das durchschlagen bei üblen Buckeln.

Hab schon einmal ein Federbein bei einer 1150 GSA revidieren lassen, und habe eine neue Feder einsetzen lassen die auf mein Gewicht abgestimmt war.

Das ganze hat mit verschicken 8 Tage gedauert natürlich nicht in der Saison.

Aus dem Kopf revidiert mit Feder 350€ gern gebe per PN auf Anfrage die Firma an.

Da ja auf Empfehlungen hier scharf reagiert wird.
Immer mit Vollgas voraus :mrgreen:

Grüße aus Oberfranken
Juergenh

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Juergenh »

Ja supi Jungs also erstmal checke ich den Ölstand dann mal sehen,hoffe das wars.Bei war es nach meiner Rundfahrt nach Sizilien Sozi +Gepäck und ich mit etwas mehr als 25 KG .Beim Halt und Absteigen der Sozia ist mir aufgefallen dass dann das Bike kurz aus der Federung ging,wie wenn etwas festsitzt.Dies aber nur bei Voller Ladung. Aber erst den kleinen Teil.
Das mit der kürzeren Strebe hatte ich auch im Kopf mal sehen.
Harmlos-Bekloppt

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Harmlos-Bekloppt »

Hallo Jürgen,
das ist ganz normal und muß auch so sein, das das Mopped hinten aus der Federung kommt. Das Federbein wird ja auch in diesem Moment entlastet, und dadurch drückt das Federbein das Fahrzeugheck auch wieder ein Stück nach oben.

Dein Problem wird sein, das Dein Federbein von vorn herein nicht richtig auf dein Fahrergewicht eingestellt ist, und vermutlich, das etwas Öl in der hydraulischen Federvorspannung fehlt. Dadurch spannst Du die Feder nicht ausreichend vor und das Heck sinkt zu stark ein wenn Du Dich dann aufs Mopped sitzt. Normalerweise stellt man das Federbein nach der Negativ-Federweg Methode ein, und nicht anhand von Klicks und Anzeige an einer Skala. Das sind nur Anhaltspunkte.

Eine kürzere Strebe hebt nur das Heck etwas an, ändert aber weder den Federweg noch spannt es das Federbein vor und löst somit Dein Problem nicht. Das Federbein geht dann trotzdem auf Block unter voller Beladung (wenn es nicht richtig eingestellt ist). Das wäre genauso als wenn Du zusätzlich zum Gürtel noch Hosenträger anlegst, damit die Hose nicht rutscht....
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Frank1100RT

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Frank1100RT »

Ich habe gerade Öl nach Anleitung aufgefüllt. Es hat auf alle Fälle gefehlt.
Eine wirkliche Verbesserung habe ich noch nicht bemerkt. Schau mer mal, wenn das Wetter wieder über 0 Grad ist, mache ich den Test bei einer Tour....
LG
KBBMW_R1100RT_-_blau: :hiding: :hiding:
LG
Frank
Andi aus Berlin

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Andi aus Berlin »

Juergenh hat geschrieben: 09.01.2022, 21:19 Das mit der kürzeren Strebe hatte ich auch im Kopf mal sehen.
Hallo Jürgen,

die soll aber das Kardangelenk stärker belasten als die Standard Variante.
Nicht das man sich das eine mit einen (schnelleren) defekt des anderen erkauft.

Und beim Öl nachfüllen darauf achten, das Hinterrad zu entlasten. Sonst hast du einen kleinen Springbrunnen :-)

gruß Andreas
BMW Gerd
Herr Hefeweizen

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von BMW Gerd »

Harmlos-Bekloppt hat geschrieben: 10.01.2022, 07:41 Normalerweise stellt man das Federbein nach der Negativ-Federweg Methode ein
na dann nicht nur schlaue sprüche kloppen, sondern genau erklären :sorry:
nach der belasteten oder unbelasteten federwegmethode ??? also R1 - R2 oder R1 - R3 ? ich wüßte hier kaum jemanden der dies anwenden kann oder verfügst du über rennstalltechnik :wink:
ohhhh scheiße, geht ja bei einem original federbein der 11er garnicht da du ja nur hydraulisch vorspannen kannst und das geht übrigens nur mit den " klicks ", denn jeder klick bedeutet bei dem originalen federbein je 5 kg an gewicht, also fahrer +sozia + gepäck. "mann" kann noch die feder tauschen um sein kampfgewicht einzustellen
wenn ich von haus aus ein paar pfund zuviel auf den rippen hab, meine bessere hälfte auch womöglich noch und dann noch den halben hausrat mit in den urlaub schleife, ist das fahrwerk so und so total überlastet und da helfen dir evtl. die federbeine einer behördenmaschine weiter oder ein 3t pickup :lol: :prost:
die zuladung beträgt übrigens nur 205 kg und da kann jetzt so mancher mal in sich gehen außer gerhard unser geburtstagsbeauftragter :freu: :prost:
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Harmlos-Bekloppt

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Harmlos-Bekloppt »

Hallo Gerd,
die Methode mit dem Negative Federweg ist einfach und simpel und kann von jedem und bei (fast) jedem Motorrad angewendet werden, auch bei der RT. Geht am besten wenn man das zu zweit macht und etwas Geduld mit bringt:

- Motorrad auf Hauptständer abstellen, Hinterrad muß entlastet und frei sein
- Federvorspannung komplett auf "0" zurück drehen
- zwischen 2 Fixpunkten, also an der Schwinge/Kardantunnel und z.B. am Kofferträger, den Abstandmessen und notieren
- Motorrad vom Hauptständer nehmen und sich darauf setzen; jetzt muß die zweite Person den Abstand zwischen den gleichen Fixpunkten messen, Ergebnis notieren
- um Meßfehler/Abweichungen zu minimieren, sollte man diese Messung 3 bis 4 Mal wiederholen. Also Maschine auf Hauptständer (Hinterrad entlastet), dann wieder vom Hauptständer nehmen, drauf setzen, messen

Dann die Werte vergleichen bzw. den gemessenen Wert im belasteten Zustand vom Wert im unbelasteten Zustand abziehen. Bei richtig eingestellter Vorspannung sollte der Unterschied zwischen dem Abstand im unbelasteten und belasteten Zustand ca. 25% bis 30% betragen.

Beispiel:
unbelasteter Zustand = 600 mm
Belasteter Zustand = 350 mm
Ergebnis = 250 mm = 42% (41,67% um genau zu sein)

D.h. es stehen bei o.g Beispiel nur noch 58% des Gesamtfederweges zur Verfügung. Vorzugsweise sollten es aber 70 bis 75% sein, heißt, es werden 12 bis 17% vom Federweg verschenkt.

Für o.g Beispiel müsste der Messwert im belasteten Zustand bei ca. 420 bis 450 mm liegen.

Daher nun die Federvorspannung schrittweise erhöhen und die Messung(en) wiederholen, bis man auf die 25 bis 30% Unterschied kommt. Somit hat man erst einmal eine brauchbare Ausgangsposition / Referenz für die Solo Einstellung ermittelt.

Vorausgesetzt, die Hydraulische Federvorspannung arbeitet richtig (kein Ölverlust) sollte sich jetzt das Handrad der hydraulischen Vorspannung ca. mittig bzw. im oberen Drittel der Skala befinden (abhängig von Fahrergewicht), als Anhaltswert ca. 15 bis 20 "Klicks" ausgehend von "0".

Ausgehend davon das man 40 "Klicks" an der hydraulischen Vorspannung zur Verfügung hat und jeder "Klick" 5kg entspricht, hat man nach o.g. Ausführung noch 20 bis 25 "Klicks" (also ca. 100 bis 125kg) für zusätzliche Belastung (Sozius, Gepäck) zur Verfügung.

Erst wenn man darüber kommt, kann man eine "stärkere" Feder mit entsprechend angepasster Dämpfung für das Federbein in Betracht ziehen. Aber, an der o.g Vorgehensweise zur Grundeinstellung ändert das nichts. Der Unterschied wird dann nur sein das man das Federbein im Solobetrieb dann z.B. nur mit 10 "Klicks" vorspannen muß um die gleiche Einstellung zu erreichen, und das das Ansprechverhalten "härter" wird. Aber, dadurch hat man mehr Reserven für den Soziusbetrieb & Gepäck zur Verfügung.
CAGIVA Elefant 750 6B - Diva und ich sind seit 1997 liiert
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skoss
Webmaster

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von skoss »

Hallo Jörg,

hast Du das schonmal selber gemacht? Und an welchem Motorrad?
Zu was für einem Fahrzeug gehören denn die Beispielwerte? Die erscheinen mir schon etwas seltsam. Zudem muss der Negativfederweg auf den Gesamtfederweg bezogen werde. Das ist definitiv nicht Dein Wert von 600mm, der sich ja aus der Wahl eines beliebigen Rahmengesetz Punktes ergibt, um die Einfederung unter Last zu bestimmen. Ich kenne kein Fahrzeug mit einem Gesamtfederweg von 600mm. Auch könnte man ja einen höher gelegenen Punkt hernehmen, z.B. die Oberkante vom Topcase. Die Differenz von 250mm zwischen belastet und unbelastet wird dadurch nicht beeinflusst. Liegt dieser Referenzpunkt aber beispielsweise 400mm höher, wäre das Referenzmass jetzt 1000mm und der Negativ-Federweg 25%, ohne dass sich an der Einstellung etwas geändert hat.

250mm wären bei den meisten Motorrädern bereits mehr als der Gesamtfederweg - so weit können die gar nicht einfedern. Höchstens Hard-Enduros kommen in diesen Bereich oder geringfügig darüber. Aber da wären dann die 250mm auch annähernd die maximale Einfederung.

Wenn ich die Daten korrekt im Kopf habe, hat die R1100RT vorne einen Federweg von 120mm und hinten 135mm. Wir reden also über einen angestrebten Negativfederweg von 30-40mm, nicht 250.
BildViele Grüsse aus dem Wallis
Stefan
R1250RT Bild
R1100RT (Blaue Elise) Bild
R1100RT (RoTe RiTa) Bild
Harmlos-Bekloppt

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Harmlos-Bekloppt »

skoss hat geschrieben: 10.01.2022, 20:57 Hallo Jörg,

hast Du das schonmal selber gemacht? Und an welchem Motorrad?
Zu was für einem Fahrzeug gehören denn die Beispielwerte? Die erscheinen mir schon etwas seltsam. Zudem muss der Negativfederweg auf den Gesamtfederweg bezogen werde. Das ist definitiv nicht Dein Wert von 600mm, der sich ja aus der Wahl eines beliebigen Rahmengesetz Punktes ergibt, um die Einfederung unter Last zu bestimmen. Ich kenne kein Fahrzeug mit einem Gesamtfederweg von 600mm. Auch könnte man ja einen höher gelegenen Punkt hernehmen, z.B. die Oberkante vom Topcase. Die Differenz von 250mm zwischen belastet und unbelastet wird dadurch nicht beeinflusst. Liegt dieser Referenzpunkt aber beispielsweise 400mm höher, wäre das Referenzmass jetzt 1000mm und der Negativ-Federweg 25%, ohne dass sich an der Einstellung etwas geändert hat.

250mm wären bei den meisten Motorrädern bereits mehr als der Gesamtfederweg - so weit können die gar nicht einfedern. Höchstens Hard-Enduros kommen in diesen Bereich oder geringfügig darüber. Aber da wären dann die 250mm auch annähernd die maximale Einfederung.

Wenn ich die Daten korrekt im Kopf habe, hat die R1100RT vorne einen Federweg von 120mm und hinten 135mm. Wir reden also über einen angestrebten Negativfederweg von 30-40mm, nicht 250.
Hallo Stefan,
das habe ich an allen meinen Motorrädern gemacht, auch an der RT. Das geht an der RT sogar sehr gut, eben wegen dem weiten Bereich der hydraulischen Federvorspannung. Zudem kann man noch die Dämpfung dazu passend einstellen.

Mein Beispiel, war auch nur ein Beispiel, und meine angegebenen Werte waren auch bewusst übertrieben und sollten nur symbolisch die Vorgehensweise beschreiben bzw. diese etwas verständlicher zu machen. Du hast natürlich Recht. Bei einem Gesamtfederweg von 135mm ist der angestrebte Negativfederweg ca. 30-40mm
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Harmlos-Bekloppt

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Harmlos-Bekloppt »

skoss hat geschrieben: 10.01.2022, 20:57 Hallo Jörg,

hast Du das schonmal selber gemacht? Und an welchem Motorrad?
Zu was für einem Fahrzeug gehören denn die Beispielwerte? Die erscheinen mir schon etwas seltsam. Zudem muss der Negativfederweg auf den Gesamtfederweg bezogen werde. Das ist definitiv nicht Dein Wert von 600mm, der sich ja aus der Wahl eines beliebigen Rahmengesetz Punktes ergibt, um die Einfederung unter Last zu bestimmen. Ich kenne kein Fahrzeug mit einem Gesamtfederweg von 600mm. Auch könnte man ja einen höher gelegenen Punkt hernehmen, z.B. die Oberkante vom Topcase. Die Differenz von 250mm zwischen belastet und unbelastet wird dadurch nicht beeinflusst. Liegt dieser Referenzpunkt aber beispielsweise 400mm höher, wäre das Referenzmass jetzt 1000mm und der Negativ-Federweg 25%, ohne dass sich an der Einstellung etwas geändert hat.

250mm wären bei den meisten Motorrädern bereits mehr als der Gesamtfederweg - so weit können die gar nicht einfedern. Höchstens Hard-Enduros kommen in diesen Bereich oder geringfügig darüber. Aber da wären dann die 250mm auch annähernd die maximale Einfederung.

Wenn ich die Daten korrekt im Kopf habe, hat die R1100RT vorne einen Federweg von 120mm und hinten 135mm. Wir reden also über einen angestrebten Negativfederweg von 30-40mm, nicht 250.
Um es ganz exakt zu machen, müsste man eigentlich von Achsmitte Hinterrad lotrecht nach oben zu einem Fixpunkt messen, weil sich die Länge der Federwegs auf die Achsmitte bezieht. Aber dazu müsste man sich entsprechende Vorrichtungen bauen. Aber, es geht es ja darum, einen annähernder "Richtwert" zu ermitteln um eine Einstellung zu finden, welche einem zusagt.

Wichtig ist, das man die Messungen immer zwischen den gleichen Punkten durchführt!
Man benötigt einen "Fixpunkt" - z.B. die Oberkante des rechten Kofferträgers (rechter Koffer abgenommen)
Und einen "beweglichen" Punkt - z.B. das HAG, die Fläche/Punkt neben den ABS Sensor

Bei mir ist dieser freie Abstand (auf Hauptständer, Hinterrad frei) ca. 390 mm

Belastet mit Fahrer müsste diese Maß dann ca. 350-360 mm sein. (Das passt für meinen persönlichen Geschmack, muss aber nicht zwangsläufig jedem zusagen).

Da ich bei dieser Vorgehensweise aber neben der Achsmitte messe, ist der (Feder)Weg den das Rad dann zurücklegt etwas größer als mein Messwert.

Ist es (wesentlich) weniger, hängt das Heck tiefer und es steht weniger nutzbarer Federweg zur Verfügung. Auch kann das Heck dann beim zügigen fahren "gautschen", weil die Federung zu sehr nachgibt (zu "weich"). Ist das Maß (wesentlich) kleiner, dann hat man zwar mehr nutzbaren Federweg zur Verfügung, aber den wird man kaum nutzen können, weil die Federung für den Solobetrieb zu hart ist und das Heck bockt und kann im ungünstigen Fall über Unebenheiten "springt" aber diese nicht absorbiert.

Man kann und muß auch mit dem Negativfederweg / Einstellungen etwas "spielen" bis man das für sich passende Setting gefunden hat. Wie ich schon erwähnte, die Beschreibung zur Einstellung des Federbeins in der BMW Bedienungsanleitung ist eine Empfehlung, aber kein Dogma. Genauso, wie meine Beschreibung nur eine Empfehlung darstellen kann, bin mit dieser aber bisher immer gut gefahren.
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Harmlos-Bekloppt

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von Harmlos-Bekloppt »

:sorry: aber ich muß noch einen nachlegen.

Wohl dem dessen RT mit ESA ausgestattet ist, der braucht sich um solch Sachen keine Gedanken machen....

:oopsp: did I said what I was just thinking?
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joreku

Re: Stoßdämpfer hinten

Beitrag von joreku »

Habe vor Kurzem beide Federbeine erneuert. Bezahlt habe ich bei Wilbers knapp 1200€ für exakt auf mein Mopped incl. Fahrergewicht und Zuladung abgestimmtes Exemplare.
Fährt sich phantastisch 😃
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